Ich-Porträts des Seminarfaches „Schnittpunkte von Kunst und Pädagogik“


Im Rahmen des Seminarfaches sind beeindruckende Abschlussarbeiten aus Gips entstanden, die im Sinne einer biographischen Selbstreflexion nach der Auseinandersetzung mit Themen wie Kindheit heute und früher, Die kindliche Entwicklung, Erziehung, etc. gestaltet wurden.

Zwanzig Schülerinnen gestalteten in einem aufwändigen Prozess ihr eigenes Porträt als Gipsplastik. Mit Hilfe einer Gipsmaske wurde zunächst das eigene Gesicht abgeformt und anschließend mit Gips ausgegossen. Nach dem vorsichtigen Entfernen der Maske, sowie dem vollständigen Durchtrocknen bearbeiteten die Schülerinnen die Gipsoberfläche mit Feilen und Schmirgelpapier bis zu dem gewünschten Gesichtsausdruck. Abschließend suchten sie eine geeignete Art der Präsentation in Form eines Sockels.

Jede Schülerin befasste sich auch schriftlich-reflektierend mit dem eigenen Ich. Entstanden sind ganz eigene, sehr unterschiedliche Texte, Gedichte, persönliche Auseinandersetzungen.

Nachsinnend wirkt z.B. das abgebildete Selbstporträt. Die Schülerin hat einen starken Ausdruck des In-sich-gekehrt-Seins erreicht. Sie schreibt dazu:

(…) Das Holz des Sockels spiegelt die Bedeutung der Natur in meiner Kindheit wider. Mein Vater ist Gärtner und wir haben zuhause einen sehr schönen großen Garten. Als Kind habe ich immer sehr gerne zusammen mit Freunden im Garten gespielt.

Meiner Meinung nach benötigen Kinder nicht das neueste Spielzeug oder die schönsten Kleider. Es sind oft ganz natürliche, unscheinbare und alltägliche Dinge, die Kindern eine Freude bereiten (ganz nach dem Motto Weniger ist mehr).(…)“

Sophie

„Durch die geschlossenen, nicht naturalistisch ausgearbeitete Augenpartie wirkt meine Selbstdarstellung sehr träumerisch und soll somit die Verträumtheit und Leichtigkeit der Kindheit darstellen. Der Sockel hingegen symbolisiert die Wirklichkeit, er soll meine Wurzeln symbolisieren. Es handelt sich dabei um Holz, das einmal Teil des Hauses meiner Großeltern war. Die erkennbaren Jahresringe stellen treffend den Verlauf meines Lebens dar.“


Sarah

Wer bin ich?

Was will ich tun in naher Zeit,
Gerade 18 und fühl mich nicht soweit.

Wer möcht‘ ich sein,
Die Antwort darauf ist noch nicht mein.

Die Familie fragt, was will ich später machen?
Doch ich wünschte, sie würde diese Frage lassen.

Wohin gehöre ich, in diesem Raum?
Die Antwort versteckt, wie im Traum.

Wie ich lebe ist verkehrt oder perfekt,
Ist das wirklich so bedeutend und echt?

Doch alleine bin ich mit diesem Gedanken nicht,
Geheimnisse hütet jeder, im Gesicht.

Doch sich verstecken kann nicht das Wahre sein,
Dies nicht zu wissen, sollte keine Schande sein!

Franziska



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