Ehemalige im Einsatz – Lernrückstände durch Corona? So hilft das Franziskusgymnasium Lingen


Corona hat mit seinen Folgen für den Unterricht auch am Franziskusgymnasium in Lingen bei manchen Schülern für Lernrückstände gesorgt. Ihnen will die Schule helfen – mit ehemaligen Schülern.

Ehemalige Schüler wollen helfen, Lerndefizite auszugleichen. Zum Vorgespräch trafen sich sieben von zehn Unterstützern mit Koordinator Karl-Heinz Ossing (hinten Mitte).
FOTO: CAROLINE THEILING

Ab der kommenden Woche bis zu den Osterferien unterstützen zehn ehemalige Schüler des Gymnasiums als pädagogische Mitarbeiter das Kollegium. Die „neuen Mitarbeitern“ haben fast alle inzwischen ein Lehramtsstudium begonnen, erklärt Schulleiter Heinz- Michael Klumparendt. Sie werden die Lehrkräfte zeitweise im Unterricht unterstützen, um gezielt Lernrückstände in den verschiedenen Klassen aufzuarbeiten, die vor allem, aber nicht nur durch Corona entstanden sind.

„Günstiger Zeitpunkt“

Dafür sei jetzt ein besonders günstiger Zeitpunkt, ist Koordinator Karl-Heinz Ossing überzeugt. Denn die Schüler hätten gerade ihre Halbjahreszeugnisse bekommen und könnten daher gut einschätzen, in welchen Bereichen sie Unterstützung brauchen. Auch für die Studenten, die alle aus Lingen und Umgebung kommen, seien die Monate Februar und März meist vorlesungsfreie Zeit, die sie in ihrer Heimat verbringen.„Für mich ist es auch gut, hier einmal praktische Erfahrungen zu sammeln“, nennt Esther Quaing, einer der zehn Studierenden, ihre Motivation, an diesem Projekt teilzunehmen. „Wegen Corona ist die Praxis während des Studiums eher auf der Strecke geblieben.“ beklagt sie.
Unter den Studierenden ist auch Christin Gossling. Sie hat bereits ein Praktikum am Franziskusgymnasium gemacht und wird nun die Schüler überwiegend im Fach Latein fördern. Erfahrungen mit Nachhilfeunterricht haben alle bereits als Schüler oder Studenten gesammelt und freuen sich auf ihre neue Aufgabe.

Förderung im normalen Unterricht

„Die acht bis neun Wochen bis zu den Osterferien sind eine gute Zeit, um Stoff aufzuholen, der durch Fehlzeiten wegen Corona, durch Homeschooling oder durch andere Gründe versäumt wurde“, meint Schulleiter Klumparendt. Eingesetzt werden sollen die jungen Leuten in den Jahrgängen fünf bis elf.

Das Konzept ähnelt nach seiner Aussage dem Förderkonzept, das die Schule erst vor Kurzem umgestellt hat: „Bewusst werden die Förderstunden nicht in zusätzlichen Randzeiten angeboten, sondern gezielt mit zusätzlichen Lehrkräften in den normalen Unterricht integriert.“
„Wir hatten im Kollegium vorher den Bedarf abgefragt“, erläutert Ossing die Auswahl der Studenten. Es ging vor allem um die Kernfächer Englisch, Mathe, Deutsch, Latein und Spanisch. „Die Resonanz der Studenten auf unsere Nachfrage war sehr gut, nur für Spanisch haben wir niemanden bekommen.“ Das liege wohl daran, dass diese Fremdsprache noch nicht so lange am Franziskusgymnasium unterrichtet wird, meint er. Die Teilnehmer, die nun in der kommenden Woche an den Start gehen, haben in den Jahren 2017, 2018 und 2019 das Abitur abgelegt.

Unabhängig zu den Fördermaßnahmen gelten für das Franziskusgymnasium zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres die vom Kultusministerium verordneten Regelungen. Es bleibt bei der täglichen Testung für alle Schüler mit Ausnahme derer, die bereits eine Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten haben.



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