Darum schwärmt Johannes Jessing aus Wietmarschen für MINT-EC-Camps


Wissenschaftlich arbeiten und diskutieren – das findet Johannes Jessing vom Franziskusgymnasium Lingen spannend. Dafür war er nun eine Woche lang in Göttingen bei einem MINT-EC-Camp. Im ausgewählten Teilnehmerfeld war der Wietmarscher schon mehrfach dabei.

Johannes macht inzwischen auch Werbung für diese Camps an unserer Schule“, freut sich sein Lehrer Franciskus Van den Berghe. Dieser hat im vergangenen Jahr eine Auszeichnung von der Stiftung Niedersachsen-Metall für sein MINT-Engagement erhalten.

MINT, das steht für die Fächer im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der Gymnasiallehrer brennt für diesen Bereich und fördert seine Schüler, wo immer er kann. Das Franziskusgymnasium ist eine von vier Schulen im Emsland, die zum Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und hervorragendem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Schulprofil zählen, die sich also als MINT-EC-Schule bezeichnen dürfen.

Nicht nur eine Plakette

„Für uns ist das nicht nur eine Plakette“, unterstreicht Van den Berghe. Wenn insofern Schüler wie Johannes Jessing mittlerweile regelmäßig an solchen Camps teilnehmen, fruchten die Bemühungen für diesen Bereich offensichtlich.

Vom 15. bis zum 18. November hat sich Johannes mit „grüner Gentechnik“ befasst und erfahren, wie die Landwirtschaft bei der Produktion von hochwertigen Nutzpflanzen von der Gentechnologie profitieren kann.

Kein Fach aus dem Lehrplan

„Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. Früher hat ihn mein Großvater bewirtschaftet, inzwischen mein Onkel. Für den wissenschaftlichen Hintergrund der Landwirtschaft habe ich mich immer schon interessiert“, liefert der Schüler eine Erklärung für seine Bewerbung für das Camp. Grüne Gentechnik, kein Fach, das normalerweise auf dem Lehrplan steht, aber in Teilen werde er sicherlich davon in anderen Fächern profitieren, beispielsweise in Erdkunde oder Biologie, ist Johannes sich sicher.

Und selbst wenn nicht: Die Camps wirken so oder so positiv nach. Erst im April hat Johannes an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen an einem teilgenommen; im September war er an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg für ein solches Camp. Dadurch habe sich ein Freundeskreis gebildet, und man habe sich zwischenzeitlich nochmals getroffen.

Den Geist der Camps mache aus, dass alle, die daran teilnehmen, ein wahres Interesse an den Themen hätten.

Der Enthusiasmus für die Inhalte gehe dabei so weit, dass es sogar beinahe zu einer polizeilichen Ermahnung gekommen sei, erzählt der Schüler schmunzelnd. In der Unterkunft im sächsischen Freiberg habe man derart hitzig diskutiert, dass eine Polizeistreife, die am offenen Fenster vorbeikam, die jungen Leute ermahnt habe, nicht allzu laut zu sein.

Freilich, ganz ernst gemeint war diese Ansprache wohl nicht, schließlich sei es lediglich um einen sachlichen, aber engagierten Austausch unter Nachwuchswissenschaftlern gegangen.

Kultureller Anteil

Von der Ausstattung im XLAB, dem Göttinger Experimentallabor für junge Leute, schwärmt Johannes, ebenso von den kompetenten Dozenten dort. Eine zusätzliche Komponente der Camps ist der kulturelle Anteil, der in der Regel aus einer Stadtführung und der Besichtigung von Museen oder wissenschaftlichen Institutionen besteht.

Zu zahlen und eigenständig zu organisieren sei lediglich die Anreise, alles andere werde vor Ort gestellt. Am Ende eines solchen Camps ist die Präsentation der Arbeitsergebnisse vorgesehen. Johannes Jessing sieht diesen Teil als gute Vorbereitung auf ein späteres Studium.

Später im wissenschaftlichen Bereich beruflich tätig zu werden, könne sich der Wietmarscher schon vorstellen. Agrartechnik oder Physik stünden derzeit auf seiner Wunschliste.

Die Teilnahme an den MINT-EC-Camps ist indes kein Selbstgänger. Dafür müssen sich die Schüler bewerben. „Jeder Schüler ab 16 kann sich dafür auf der Website von MINT-EC bewerben. Ich muss dem zustimmen“, erläutert Van den Berghe. Lediglich zehn Teilnehmer aus ganz Deutschland können pro Camp dabei sein.


Auch die Ems-Vechte-Welle berichtet über Johannes im Podcast (30.11.2022)

Nicht zum ersten Mal berichten wir jetzt über die MINT-Aktivitäten des Franziskusgymnasiums Lingen. Heute geht es um die MINT-EC Camps, die Schülern ab 16 Jahren offenstehen. MINT das steht für – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und das wird am Franziskusgymnasium in Lingen-Laxten großgeschrieben. ems-vechte-welle-Reporterin Christiane Adam erklärt, was ein MINT-EC Camp überhaupt ist und weshalb die Teilnehmer so gern dabei sind:



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