Jahrgang 7 besucht Synagoge in Münster


Wir sind morgens mit der Bahn von Lingen nach Münster gefahren. Dort sind wir dann zusammen zur Synagoge gelaufen. Die Synagoge konnte man von außen gut erkennen, weil sie an der Wand einen großen Stern hatte. Außerdem war ein Polizeiwagen vor der Tür, der die Synagoge bewachte, weil es schon viele Anschläge auf Synagogen gab. Ein Gedenkstein erinnert an die Zerstörung der Synagoge 1938. Vor der Synagoge haben wir noch ein Klassenfoto gemacht und sind dann hinein gegangen.

Wir haben unsere Jacken ausgezogen und die Jungs mussten eine Kippa oder Mütze tragen. Wir wurden vom Kantor, dem Vorsänger der Gemeinde, begrüßt. Im Inneren der Synagoge war es sehr schön. Der siebenarmige Leuchter, die Menora, stand an der rechten Seite vor einem Fenster mit buntem Glas, das der Gemeinde geschenkt worden ist.

Der Thora-Schrein war besonders auffällig, in dem die Thora-Rollen aufbewahrt werden. Vor dem Thora-Schrein brennt das Ewige Licht. Es soll daran erinnern, dass Gott immer gegenwärtig ist. Der Kantor hat uns sogar die Thora-Rollen gezeigt. Es gab auch kleine, weil bei einem Fest mit den Thora-Rollen getanzt wird und die Kinder dann auch eine Thora-Rolle haben, um mit ihr zu tanzen. Er hat uns außerdem noch das Schofar gezeigt. Das ist ein Blasinstrument aus einem Widderhorn. Das Schofar darf an dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana und zum Abschluss von Jom Kippur benutzt werden. Tim durfte sogar den Tallit anziehen. Der Tallit ist ein Gebetsmantel. Zum Beten tragen Juden außer dem Gebetsmantel auch noch die Tefillin, die Gebetsriemen, die um den Arm und Kopf gewickelt werden.

Dann sind wir nach oben gegangen. Dort war ein großer Gemeinschaftssaal – sogar mit Tischtennisplatten. Dort finden Feiern der Gemeinde und Konferenzen statt. Im Keller der Synagoge ist ein Fitnessstudio. Die Synagoge ist also nicht nur ein Ort zum Beten, sondern auch ein Ort zum Lernen und für das Zusammenleben der Gemeinde.

Abschließend haben wir uns bedankt und Geld an die Gemeinde gespendet. Im Anschluss sind wir in kleinen Gruppen durch die Stadt gegangen. 

Die Inschrift des Gedenksteins, der neben der Synagoge steht:
Hier stand das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde unserer Stadt Münster.
Es wurde am 9. November 1938 ein Opfer des Rassenwahnes. Von der Gemeinde, die 1938 noch 430 Mitglieder zählte, blieben nur 20 am Leben.
Den Toten zum ehrenden Gedenken, den Lebenden zur Mahnung.
9. November 1948
Die Stadt Münster Westf.


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