Verunreinigt die Kläranlage in Lingen die Ems? – Fließgewässerexkursion des Jahrganges 12


Am Donnerstag den 08.06. bzw. Freitag den 09.06. haben wir, die Biologie E-Kurse des Jahrgangs 12, eine Fließgewässerexkursion auf der Ems zwischen Schepsdorf und Wachendorf durchgeführt. Der Ranger des Landkreises Emsland, Christian Starkloff sowie Anne Risse vom NABU begleiteten die Exkursionen als Referenten. Der Förderverein hat sich bereit erklärt, das Honorar von Frau Risse zu übernehmen und der Landkreis hat die Boote finanziert, da Herr Starkloff die Exkursion geleitet hat. Wir sind für diese Förderung sehr dankbar!

Die Exkursion brachte uns den Naturraum Ems näher. Zunächst lernten wir von den Booten aus, während wir uns treiben ließen, etwas über Auwälder und Fische. Bei einem Zwischenstopp am Lingener Mühlenbach haben wir Wasserproben entnommen und mit Keschern nach Organismen gesucht.

Anhand der gefundenen Organismen konnten wir die ungefähre Wasserqualität an diesem Ort bestimmen und uns somit die biologische Gewässergüte erschließen. Bei dieser handelt es sich um die Qualität des Wassers, die anhand der dort lebenden Organismen bestimmt wird. Zunächst entdeckten wir Organismen, die nichts über die biologische Gewässergüte aussagen, wie Stechmückenlarven und Wasserläufer. Köcherfliegenlarven und Eintagsfliegenlarven, welche auf nicht-belastetes bzw. gering-belastetes Wasser hinweisen, konnten wir ebenfalls beobachten. Die entdeckten gemeinen Flohkrebse deuten auf mäßig-belastetes Wasser hin. Zudem konnten wir Wasserasseln und Zuckmückenlarven identifizieren. Diese können ebenfalls in Gewässern mit schlechterer Wasserqualität leben. Überrascht hat uns ein Schlammröhrenwurm in unserem Kescher, da wir dachten, dass dieser nur in stark verschmutzten Gewässern lebt. Der Ranger hat uns allerdings erklärt, dass die Tiere, die in stark verschmutzten Gewässern vorkommen, auch in sauberen Gewässern leben. Organismen, wie beispielsweise die Köcherfliegenlarve können im Gegensatz dazu in Gewässern mit schlechter Qualität nicht überleben. Deshalb kommen wir zu dem Schluss, dass am Mühlbach an der Ems eine gute bis befriedigende Wasserqualität vorzufinden ist.

Vor Ort haben wir verschiedene abiotische Faktoren untersucht, diese gehören zur unbelebten Umwelt eines Organismus. Dazu nahmen wir in kleinen Gruppen Wasserproben, die wir mit Hilfsmitteln analysieren konnten.

Begonnen haben wir mit dem pH-Wert, welchen wir zur Sicherheit mit zwei unterschiedlichen Methoden gemessen haben. Mithilfe von pH-Papier und einer kolorimetrischen pH-Wertmessung konnten wir einen Wert von 7-7,5 ermitteln. Dies liegt im neutralen bis leicht basischem Bereich.

Bei der Bestimmung des Gehalts an Nitrat-Ionen erhielten wir einen Messwert von ca. 5,1 bis 10 mg/L, den wir aufgrund der nicht detaillierten Skala nicht genauer bestimmen konnten. Dieser Wert deutet auf eine kritische Belastung des Wassers hin. Danach haben wir den Gehalt von Nitrit-Ionen auf ca. 0,11 bis 0,2 mg/L gemessen. Des Weiteren wurde der Ammoniumgehalt von uns analysiert, der Wert befand sich bei ca. 0,05 bis 0,3 mg/L. Ein weiterer abiotischer Faktor, den wir untersuchten, ist der Gehalt an Phosphat-Ionen und ermittelten einen Wert von ca. 0,02 mg/l.

Um die gesamte Gewässeranalyse durchführen zu können, haben wir außerdem die Leitfähigkeit und Temperatur betrachtet. Bei der Leitfähigkeit ergab sich ein Ergebniswert von 501 bis 700 µs/cm, welcher eine mäßige Belastung anzeigt. Die Temperatur betrug 15,5°C.

Daraus resultierend lässt sich festhalten, dass die abiotischen Faktoren nicht besonders auffällig sind, weshalb der untersuchte Gewässerabschnitt als wenig bis mäßig belastet eingestuft werden kann. Zur Vereinfachung kann das Ergebnis auf einer Skala von eins bis fünf, wobei eins nicht belastet und fünf übermäßig belastet ist, zwischen zwei und drei eingeordnet werden.

Unser Fazit: Die Kläranlage der Stadt Lingen leitet Wasser mit guter Qualität über den Lingener Mühlbach in die Ems ein. 



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