Spielen die etwa noch mit Puppen? – Werkkurs „Biblische Erzählfiguren“ am Franziskusgymnasium


Am 17.09.2022, einem Samstag, stellten die Schülerinnen des ERk21 (Frau Lühn) unter der Leitung von Frau Monika Spieker, Gemeindereferentin und Kursleiterin für „Biblische Erzählfiguren“ im Bistum Osnabrück, ihre eigene Erzählfigur her. Voller Elan und Motivation begannen die sieben Schülerinnen des Kurses, ihre eigene Figur zu gestalten.

Mit diesen lassen sich unterschiedliche (biblische) Geschichten gestalten, aber auch neue Zugänge zu Texten eröffnen. Biblische Erzählfiguren haben ihren Ursprung in den sogenannten Egli-Figuren, die vor rund 30 Jahren von Doris Egli in der Schweiz entwickelt wurden. Sie sind ca. 30 cm groß (neuere Figuren auch 50 und 70 cm) und bestehen aus einem Sisaldrahtgestell. Die guten Standeigenschaften erhalten sie aufgrund der Bleifüße. Davon konnten sich die Schülerinnen schon zu Beginn der Arbeit überzeugen, denn die Figurengestelle waren sehr schwer.

Aus der Idee von Doris Egli entwickelten sich später verschiedene Figurentypen bzw. Herstellungsarten, u.a. die Biblischen Erzählfiguren. Diese Figuren unterscheiden sich nur in wenigen Details von den Egli-Figuren (z. B. der Handgestaltung). Unsere Figuren bekamen bewegliche Hände mit einem modellierten Daumen, so dass die Figuren später Dinge festhalten können.

Der „Arbeitskreis Biblischer Figuren“ sieht den Einsatz der Figuren nicht nur auf die biblische Zeit beschränkt, sondern ermutigt die Nutzer*innen, die Figuren vielfach und auch modern einzusetzen. Die zeigt sich besonders in der Gestaltung der Kostüme. Die Schülerinnen waren im Vorfeld gebeten worden, Lieblingsstoffe oder alte liebgewonnene Kleidungsstücke mitzubringen, aus denen sie dann die Kleidung für ihre Figur schneiderten.



Das wichtigste Merkmal der Figuren ist ihre Körpersprache, denn sie können vielfältige Körperhaltungen einnehmen und Gebärden ausdrücken, da sie sehr beweglich sind. Eine hervorzuhebende Eigenart liegt darin, dass sie keine Gesichter besitzen und somit offen für vielfältige und freie Interpretationen sind. Darin liegt der Unterschied zu “Puppen”. Ihre Individualität bekamen die geschaffenen Figuren durch die individuelle Auswahl der Haut- und Haarfarbe. Dass es sich nicht um Puppen, also um Nachbildungen von Menschen, sondern um Figuren mit bestimmten körperlichen Merkmalen handelt, die der szenischen Gestaltung dienen, ist hierbei besonders wichtig.

Die Erzählfiguren ermöglichen dem modernen Menschen einen neuen und unkonventionellen Zugang zur Bibel. Doris Egli hat also eine Methode entwickelt, die es erlaubt, mit Hilfe der von ihr geschaffenen Figuren biblische Texte verstehen zu lernen. In Rollenspielen können für Erwachsene, Jugendliche und Kinder anschauliche Zugänge zur Bibel / zu Texten eröffnet werden. Biblische Figuren ermöglichen einen bildhaften Zugang und erleichtern die Identifikation z.B. mit Figuren oder Aussagen von Texten. Die Intention wird sichtbar gemacht, indem Sprache und Bilder in Körpersprache umgesetzt werden.

Diesen Prozess jetzt an einer eigenen Figur zeigen zu können, hat alle Teilnehmerinnen sehr stolz gemacht. Jede einzelne Biblische Erzählfigur hat persönliche Aspekte der Gestalterin, ist aber in ihrer Anwendung sehr variabel. Denn jeder zu interpretierende Text verlangt eine intensive Auseinandersetzung, die sich dann in der Haltung und Konstellation der Figuren wiederfinden sollte. Und das jedes Mal aufs Neue. Damit wird diese Auseinandersetzung etwas anderes als ein “Puppenspiel”.

Hinweis
Am Tag der offenen Tür fanden die Besucher*innen eine kleine Ausstellung zur Lebensgeschichte Jesu im Meditationsraum.


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