Gesundheit ist wertvoll. Wie sehr dem so ist, bemerkt man oft erst, wenn ein lieber Mensch im Familien- oder Freundeskreis erkrankt. Konkrete Hilfe für Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, bedeutet in manchen Fällen, dass eine Stammzellspende benötigt wird. Ist dies der Fall, wird weltweit in den Stammzellspenderdateien nach einem passenden genetischen Match gesucht. Bestimmte DNA-Abschnitte müssen bei Spender und Empfänger sehr ähnlich sein, damit die Stammzellspende erfolgreich verläuft. Diese genetische Ähnlichkeit kann bei einem Menschen mit anderem Geschlecht oder anderer Hautfarbe auf einem anderen Kontinent vorliegen. In Deutschland und einigen weiteren Ländern werden die Informationen über diese bestimmten DNA-Abschnitte der Stammzellspender:innen von der DKMS verwaltet und geschützt. Stammzellspender:in zu werden kann somit bedeuten, konkrete Hilfe für Menschen lokal und global zu leisten.

Am 9. September ist am Franziskusgymnasium Lingen eine DKMS-Registrierung für potenzielle Stammzellspender von dem Verein Leukin angeboten worden. Zunächst wurden die Jahrgänge 12 und 13 über die medizinischen Hintergründe und den Ablauf einer Stammzellspende informiert. Im Anschluss haben zwei Lehrer der Schule selbst von ihrer Erfahrung als Stammzellspender berichtet.
Herr Neise. „Ich hatte mich im Juni 2015 im Rahmen einer Registrierungsaktion registrieren lassen. Bei der Aktion wurde direkt eine kleine Blutprobe abgenommen, heute geht das in der Regel über einen Abstrich im Mundraum. Bereits einen Monat später erhielt ich einen Anruf der DKMS, dass ich als Spender infragekommen würde. Da ich im familiären Umfeld selbst betroffen war, wusste ich direkt, dass ich helfen werde. Schnellstmöglich wurde daher ein Termin vereinbart, um in Köln im DKMS-Zentrum weitere Tests durchzuführen. Diese dienen dazu, dass sowohl für mich als Spender als auch für den Empfänger keine Probleme auftreten und ich das perfekte genetische Match bin.
Keine zwei Wochen später machte ich mich bereits erneut auf den Weg nach Köln. Es war der Tag meiner Stammzellenspende. Von der Anreise, über die Unterbringung bis zur Spende lief alles reibungslos. Die Betreuung und die Organisation der DKMS sowie die Menschen vor Ort sind alle sehr zu loben. Gute drei Stunden verbrachte ich vor Ort, in der Zeit wurden Stammzellen aus meinem Blut gefiltert. Direkt nach der Spende war ich zwar sehr erschöpft, aber für den Aufwand lässt sich so leicht potenziell kein Leben retten. Man erfährt dann einige Zeit nach der Spende das Geschlecht, das Herkunftsland sowie das Alter der Person, für die man gespendet hat. Bei mir war es ein Mann Mitte 50 aus Deutschland. Außerdem erfährt man, ob die Spende geholfen hat. Dies war bei mir der Fall.
Ein mögliches Treffen mit dem Empfänger kann erst zwei Jahre nach der Spende stattfinden. Für mich war von Anfang an klar, dass ich einer Anfrage meines Empfängers zustimmen würde, sollte er sich ein Treffen wünschen. Ich wusste aber auch, dass ich ansonsten keinen Kontakt zu der Person aufgenommen hätte. Dass es nicht zu einem Treffen mit meinem genetischen Match gekommen ist, stellt für mich daher kein Problem dar. Ich würde es jederzeit genauso wieder machen und hoffen, dass ich damit einem Menschen die Chance auf ein weiteres Leben ermögliche.“

Bei der DKMS-Registrierung am Franziskusgymnasium haben sich 104 Menschen, überwiegend Schülerinnen und Schüler, als Stammzellspender:in registrieren lassen. Dies erfolgt recht unkompliziert, indem man seine Daten auf der Homepage der DKMS angibt und drei Wattestäbchen über die Mundschleimhaut bewegt. Frei nach dem Motto: Mund auf – Stäbchen rein – Spender sein! Eine DKMS-Registrierung ist auch zuhause möglich, wenn man ein entsprechendes Set über diese Homepage anfordert: https://www.dkms.de/aktiv-werden/spender-werden
Wir freuen uns sehr über die große Hilfsbereitschaft der Schulgemeinschaft für die Erkrankten. Dies ist ein Zeichen der Nächstenliebe und schenkt den Betroffenen und ihren Familien lokal und global Hoffnung.




