
Stadtführungen, Rafting auf der Iser und ein bewegender Besuch der Gedenkstätte Theresienstadt: Die Studienfahrt des Jahrgangs 13 nach Prag bot ein abwechslungsreiches Programm. Auch abseits der offiziellen Programmpunkte gab es einiges zu erleben. Tamara Lüttig berichtet.
Prag ist bekannt für seine historische Altstadt, die Karlsbrücke und beeindruckende Architektur. Doch auch abseits von Sehenswürdigkeiten und klassischen Touristenzielen gab es dort für den Jahrgang 13 einiges zu entdecken.
Eine Studienfahrt beginnt in der Regel mit Vorfreude, viel zu schweren Koffern und einer ewig langen Busfahrt. Das sah bei uns nicht anders aus. Nachdem alle angeschnallt auf ihren Sitzen platzgenommen und unser Busfahrer Frank uns aus Angst vor stinkenden Gummibärchen in der Heizung das Essen verboten hatte, konnte es endlich losgehen.
An der ersten Raststätte erwartete uns auch direkt die erste Überraschung: ein Däne, dessen Auto nach einem Wildunfall alles andere als fahrtüchtig aussah.
Acht Stunden und ein brennendes Wohn-mobil später bezogen wir schließlich unsere Zimmer, die entgegen einigen Befürchtungen glücklicherweise keine Bettwanzen aufwiesen. Das Abendessen da-gegen war wieder ein Erlebnis für sich: In Jogginghose sprengten wir eine tschechische Taufe, tanzten mit den Gästen und wurden nebenbei von kleinen Kindern terrorisiert.
Der nächste Tag begann mit einer Stadtführung im Nebel und Fotos auf der Karlsbrücke, bevor wir Zeit für eine eigene Erkundungstour bekamen. Neben der Prager Rathausuhr, dem Franz-Kafka-Kopf und der Prager Burg konnten wir so auch den Rest der Altstadt bewundern, Baumstriezel essen und den Blick auf die Moldau genießen.
Am Abend besuchten wir außerdem ein Schwarzlichttheater, bei dem Frau von Ditfurth ihr Bühnentalent während schlechter Zaubertricks unter Beweis stellen musste.
Ein weiteres Highlight war das Rafting auf der Iser, das zwar mehr an eine Kanu-Tour erinnerte, aber dennoch viel Spaß gemacht hat. Obwohl dabei niemand ins Wasser fiel, blieben Socken und Schuhe nur bei den wenigsten trocken und mehr als einmal musste jemand aus dem Boot klettern, um es vor dem Kentern zu bewahren.




Ein bisschen Bildung durfte auf der Fahrt natürlich auch nicht fehlen. Wirklich bewegend war dabei die Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers Theresienstadt in der Nähe von Prag. Während einer Führung erfuhren wir Details über das Schicksal zahlreicher Juden und politischen Gefangenen, die in der Anlage unter unmenschlichsten Bedingungen eingesperrt wurden und ums Leben kamen.
Eine weitere Führung, diesmal durch das jüdische Viertel und vier Synagogen von Prag, wird uns ebenfalls lange in Erinnerung bleiben. Inhaltlich zwar durchaus interessant, mussten wir nach drei vollen Stunden feststellen, dass Konzentration und Aufnahmefähigkeit auch bei angehenden Abiturienten ihre Grenzen haben.



Generell kamen auch Bars und Kneipen auf der Fahrt nicht zu kurz. Zwischen vielen (alkoholfreien) Getränken, einem traditionellen Abendessen und einer Brauereibesichtigung konnten wir das Prager Nachtleben bis Mitternacht weitestgehend ungestört genießen.
Der letzte Abend endete mit einer legen-dären Karaoke-Party mit der ganzen Gruppe, wobei auch unsere Lehrkräfte ihr Gesangstalent demonstrierten. Wegen unseres ansonsten tadellosen Benehmens verlängerten die beiden den Abend sogar großzügigerweise um fünf Minuten.
Natürlich lief nicht immer alles ganz nach Plan, sodass wir ab und an improvisieren mussten. Dass unseren Lehrern dabei manchmal selbst der Durchblick fehlte, machte es nur noch unterhaltsamer. Alles in allem bleibt diese Studienfahrt als ein unvergessliches Erlebnis in Erinnerung und wird wohl auch in Zukunft noch Gesprächsstoff liefern.













